Umfahrung Watwill

Umweltbaubegleitung

Die Umfahrung Wattwil, 2. Etappe, unterliegt aufgrund von Ziffer 11.3 „Andere Hochleistungs- und Hauptverkehrsstrassen 2“ des Anhangs der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV) der UVP-Pflicht. Die Umweltaspekte des Projekts sowie die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der Umwelt sind im Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) vom 30. April 2010 dargestellt.

Die Auflagen aus dem UVB werden im Rahmen der Realisierung umgesetzt und von einer von der Bauherrschaft eingesetzten Umweltbaubegleitung (UBB) überwacht. Nachfolgend ein kurzer Überblick zu den wichtigsten Umweltbereichen:

Natur und Landschaft: Die neue Strasse verläuft hangseitig zu einem grossen Teil im Wald, was die visuelle Beeinträchtigung stark vermindert. Die Kunstbauten werden in das Gelände eingepasst und Feldgehölze zur besseren Einbindung gepflanzt. Sämtliche neuen Strassenböschungen werden als Magerstandorte ausgebildet und standorttypisch begrünt. Die bestehenden Feuchtgebiete werden geschützt respektive (Lochweidli/Scheftenau) aufgewertet und ausgeweitet. Die neue Brücke über die Thur erhöht die Durchlässigkeit für Wildtiere.
     
Wald: Die 2. Etappe der Umfahrung Wattwil bedingt die Rodung von rund 19’000 Quadratmeter Waldareal. Die Rodungen werden zum einen durch Ersatzaufforstungen von rund 9‘000 Quadratmetern entlang der Umfahrungsstrasse ausgeglichen, zum anderen durch Beiträge an Naturschutzmassnahmen. Dazu gehört auch die Aufweitung des Feuchtgebietes Lochweidli/Scheftenau.
     
Boden: Im Projektperimeter werden für die Umfahrungsstrasse Landwirtschafts- und Waldflächen beansprucht. Der physikalische, chemische und biologische Ausgangszustand der im Projektperimeter vorhandenen Böden wurde vor Baubeginn aufgenommen. Alle bodenrelevanten Bauarbeiten werden von einer Fachbauleitung Boden, als Bodenkundliche Baubegleitung (BBB) bezeichnet, begleitet. Unbelasteter und schwach belasteter Boden wird nach den Weisungen der BBB abgetragen, separat zwischengelagert und für Rekultivierungen verwendet.
     
Invasive Neophyten: Invasive Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die durch übermässige Ausbreitung Schaden anrichten. Solche Pflanzen sind heute im Projektperimeter nicht vorhanden. Somit ist die Neophytenbekämpfung wenig relevant. Die eingesetzte Umweltbaubegleitung (UBB) überprüft den Projektperimeter periodisch auf Neophytenvorkommen.
     
Abfälle, Altlasten: Da Ortsdurchfahrten durch Wattwil möglichst zu vermeiden sind und auch Deponiestandorte in der unmittelbaren Umgebung fehlen, werden Aushub- und Ausbruchmaterialien soweit möglich projektintern wiederverwendet. Im Perimeter der Umfahrung sind vier Standorte im Kataster der belasteten Standorte (KbS) des Kantons St.Gallen aufgeführt, nur einer davon wird durch die Umfahrung tangiert: die ehemalige Deponie Würzen. Der Standort ist untersucht und es ist zu erwarten, dass rund 2‘750 Kubikmeter belastetes Material fachgerecht entsorgt werden muss. Sämtliche anfallende Abfälle inklusive deren Entsorgungswege (zum Beispiel Abbruchmaterial, Material aus der ehemaligen Deponie Würzen) werden in einem Entsorgungskonzept aufgeführt.
     
Oberflächengewässer: Die Thur und verschiedene Hangbäche werden mittels Brücken gequert, was die Durchlässigkeit gewährleistet. Es sind somit keine negativen Umweltauswirkungen zu erwarten. Die Linienführung der Umfahrung stellt sicher, dass der Wasserhaushalt der Feuchtgebiete Bleiken und Lochweidli/Scheftenau stabil bleibt.
     
Lärmschutz/Emissionen Luft: Die 2. Etappe der Umfahrung Wattwil führt durch siedlungsarmes Gebiet und entlastet dabei die Ebnaterstrasse entscheidend. Ein Grossteil der dennoch betroffenen lärmempfindlichen Liegenschaften wird durch Lärmschutzwände respektive durch die Führung der Strasse Geländeeinschnitten wirkungsvoll gegenüber Lärmimmissionen geschützt. Während der Bauphase wird soweit möglich anfallendes Material innerhalb des Projekts wiederverwendet, um unter anderem überflüssige Transportfahrten zu vermeiden.

 

 

Projektleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Oberbauleiter: TBA SG, Oliver Bettschen
Projektverfasser / Chefbauleitung: CSD Ingenieure AG, St.Gallen