Umfahrung Watwill

Bodenkundliche Baubegleitung

Der Bau der 2. Etappe der Umfahrung Wattwil tangiert fast über die gesamte Länge landwirtschaftlichen Boden und Waldboden. Dem Umweltschutzgut Boden kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die endliche Ressource Boden in ihrer natürlichen Fruchtbarkeit zu erhalten. Für die optimale Umsetzung des Projektes wurde vor den Bauarbeiten der Ausgangszustand des Bodens erhoben. Dazu erfolgten Bodenprofilaufnahmen mittels Handsondierungen und Baggerschlitzen, die eine wesentliche Grundlage für die weitere Planung der Massnahmen bei der Umsetzung des Projektes bildeten. Aufgrund vermuteter Belastungen wurden an drei Standorten zusätzlich Bodenproben zur chemischen Analyse entnommen.

Zusammenfassend lassen sich die Eigenschaften der Böden im Projektperimeter wie folgt beschreiben:

Rund ein Drittel (inklusive Tunnels und Brücken) der Projektstrecke führt durch Wälder.
     
Bei drei Flächen handelt es sich um Fruchtfolgeflächen.
     
Der anfallende Boden innerhalb des Projektperimeters ist grundsätzlich für Rekultivierungen wiederverwertbar.
     
Die durchschnittliche Oberbodenmächtigkeit beträgt 18 Zentimeter, die durchschnittliche Unterbodenmächtigkeit 30 Zentimeter.
     
Die häufigste Bodenart im Perimeter ist der sandige Lehm (15 bis 20 Prozent Tongehalt).
     
Gemäss der Handsondierungen wird der Boden im Projektperimeter hinsichtlich seiner Verdichtungsempfindlichkeit gemäss SN 640 581 generell als schwach empfindlich und innerhalb von drei Flächen als normal empfindlich gegenüber Verdichtungen eingestuft.
     
Die Böden sind chemisch entweder unbelastet oder schwach belastet. Die Böden im Randbereich beim Anschluss Stegrüti und Brendi, sowie im Bereich der Deponie Würzen sind schwach belastet.
     
Es wurde keine biologische Belastung (Neophyten) festgestellt.



Bei der Ausführung von Bodenarbeiten wird unter anderem folgendes beachtet:

Bodenarbeiten dürfen nur bei ausreichend trockenen Verhältnissen erfolgen, die Freigabe der Arbeiten erfolgt vorgängig durch die bodenkundliche Baubegleitung (BBB) in Absprache mit der Bauleitung. Die Abtragsarbeiten erfolgen getrennt nach Ober- und Unterboden im Streifenverfahren. Die Fahrzeuge arbeiten von der Baupiste oder vom C-Horizont aus, der Boden wird dabei nicht befahren. Wenn der Boden trotzdem befahren werden muss, nutzt man lastverteilende Massnahmen.
     
Der abgetragene Boden, den man innerhalb des Projektes wieder für Rekultivierungsarbeiten verwendet, wird möglichst nahe am Entnahmeort zwischen gelagert. Die Zwischenlagerung erfolgt getrennt nach Ober- und Unterboden und Belastung. Zudem werden sie so ausgeführt, dass sich keine Nassstellen bilden können. Die Zwischenlager werden regelmässig gemäht und allfällig aufkommende Neophyten entfernt.
     
Schwach belasteter Boden wird wo möglich wieder am Entnahmeort aufgetragen und kann so wiederverwendet werden.
     
Überschüssiger Boden, der nicht innerhalb des Projektperimeters wiederverwendet werden kann, wird in Nachbarprojekten wie zum Beispiel für den Bau der Umfahrung Bütschwil genutzt.
     
Für die Rekultivierungsarbeiten der Bodenflächen wird der Ausgangszustand hergestellt. Der Auftrag erfolgt locker und leicht überhöht, getrennt nach Unter- und Oberboden. Dabei wird der frisch angelegte Boden nie befahren. Anschliessend werden die Bodenflächen mit geeigneten standorttypischen Samenmischungen angesät.
     
Installationsplätze auf Landwirtschaftsflächen sind bodenschonend mit einer Kiesschüttung (mindestens fünfzig Zentimeter gewalzt) auf einem reissfesten Geotextil zu erstellen. Diese temporär beanspruchten Bodenflächen sind nach dem Rückbau der Installationsplätze aufzulockern und anzusäen.



Projektleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Oberbauleiter: TBA SG,Oliver Bettschen
Projektverfasser / Chefbauleitung: CSD Ingenieure AG, St.Gallen